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Dienstag, 24. März 2009

Zeit zum Zugreifen?

Haben Sie heute auch in Ihrer (über-)regionalen Zeitung eine Beilage in der beachtlichen Größe von DIN A1 gehabt? Vodafone findet, es sei „Zeit zum Zugreifen!“ Und es gelte nun „Make the most of now.“. Gut, dass unser Bildungsstandard soweit gediehen ist, dass wir zumindest meinen, das Werbe-Englisch verstehen zu können. Und wer nicht, der kann es ja einmal mit einem Wörterbuch versuchen.
Manches Unternehmen hat inzwischen erkannt, dass zu viel Denglisch in die Irre führen kann. Aber das ist hier nur sekundär von Bedeutung.

Das Beste spart sich Vodafone für die letzte Seite auf. 20 Fußnoten, in gerade noch oder schon nicht mehr lesbarer Größe, über die gesamte Breite des einmal gefalteten Blattes gesetzt, ca. ein Fünftel der gesamten Seite ausmachend. Ich finde, das ist eine Zumutung. „Alles spricht für Vodafone!“ – Wirklich? Ist das das Ergebnis, wenn sich Marketing-Leute, Techniker und Juristen zusammensetzen? Dann möchte ich meine Buschtrommel wiederhaben.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Ich will doch nur telefonieren. Wirklich zurück zur Deutschen Telekom?

Zugegeben, der Wechsel zu einem anderen Anbieter brachte seinerzeit zwar gegenüber der "guten alten" Telekom eine deutliche Ersparnis. Aber die Qualität der Telefonverbindungen ließ und lässt manches Mal zu wünschen übrig. Da kann schon einmal der Wunsch aufkommen, zur Deutschen Telekom zurückzugehen, am besten auch mit dem Mobiltelefon und dem Fernseher. Eben: Alles für Zuhause und Alles unter einem Dach. Wenn es denn so einfach wäre.
Nun versucht man die Unzufriedenheit seiner ehemaligen Kunden auszunutzen und den Schwankenden mit allerlei Angeboten entgegen zu kommen. Aber dabei schlägt man gehörig über das Ziel. Wer einfach "nur" telefonieren möchte und das Internet nutzen, der muss schon eine gehörige Portion Geduld mitbringen, um durch das beinahe undurchdringliche Dickicht des Telekom-Angebotes mit allen Fußnoten (und Fußangeln) durchzusteigen:
Exklusiv (nur) bei Online-Bestellung. Gutschriften von 20, 100, 120, 220 €. Befristete Aktionen. Unzählige technische Voraussetzungen. Produktnamen über Produktnamen. Einmalige Bereitstellungspreise, die aber auch entfallen können, wenn, ja wenn ... zuzüglich Versandkosten, Mindestvertragslaufzeiten, Paketangebote, Verfügbarkeit in vielen (aber längst nicht allen) Anschlussbereichen.

Schwirrt Ihnen da nicht auch der Kopf? Entertain Comfort/Standard, Entertain Comfort/Universal, Call & Surf Basic/Standard, Call & Surf Comfort/Standard, Call & Surf Comfort/Universal, Call & Surf Comfort Plus/Standard, Call & Surf Comfort Plus/Universal, Combi Flat S, M und L, Weekend Flat, Hotspot-Flatrate, Inklusiv- und Exklusiv-SMS/MMS für In- und Ausland, am Wochenende oder nicht, in einer bestimmten Zeit, bei einem bestimmten Datenvolumen. „Eine Nutzung mit Data Cards, Data USB Sticks, Surf-Boxen oder Embedded Notebooks sowie die Nutzung von VOIP ist nicht Gegenstand des Vertrages. Die Datenvolumina gelten nicht für BlackBerry APN.“.. usw. Ob man überhaupt weiß, was der Kunde wünscht? Einfach nur telefonieren und surfen und vielleicht auch fernsehen. Mehr nicht. Ob wohl die Mitarbeiter in den Filialen den vollständigen Überblick haben? Es steht zu bezweifeln.
Also bleibt – bis zur nächsten plötzlich wieder unterbrochenen Telefonverbindung – alles beim Alten.

Montag, 9. Februar 2009

Lieben Sie Fußnoten?

Da gibt es eine neue Anzeige von Vodafone. Sie könnte aber auch von der Deutschen Telekom oder Unity Media oder oder oder sein. Vodafone titelt: "Ziele schneller erreichen". Und wie beim großen Konkurrenten deutschen Ursprungs lässt die erste Fußnote nicht lange auf sich warten. Bereits in der Titel-Unterzeile erscheint sie in aller Bescheidenheit, so als wäre sie überhaupt nicht vorhanden. Dann noch einmal in der Mitte der Anzeige. Zugegeben: Vodafone übt sich in Bescheidenheit. Ganze
zwei Fußnoten. Das finde ich sehr bescheiden, fast ärmlich. Die Telekom kommt selten mit weniger als zehn Fußnoten aus. Alle sind denkbar klein gesetzt, meistens in weiß auf schwarzem oder rotem Untergrund. Können Sie das lesen? Ich gebe zu, ich versuche es ab und an. Manche Anzeigen erscheinen mir gar so interessant, dass ich sogar zu einem Vergrößerungsglas greife. Warum auch nicht, wenn im Text hinter einem "kostenlos" eine Fußnote erscheint. Es könnte ja wirklich einmal etwas verschenkt werden. Und wer lässt sich das entgehen?

Es ist verständlich, sich gegen alles und nichts abzusichern, zumal wenn Werbetexter zwar gute Ideen haben, diese aber von Lückensuchern völlig anders interpretiert werden könnten. Dann also lieber unleserliche Fußnoten. Alles nochmals schön miteinander verwoben, so dass man schon juristischen Rat benötigt, um alles zu durchschauen.

Was ich mache? Wie gesagt, ich gebe es auf zu lesen, gebe auf, überhaupt mir weiter Gedanken zu machen, ob dieses sogenannte Angebot überhaupt etwas für mich sein könnte. Lieber verzichte ich dann einmal auf ein "kostenlos".... auch wenn Vodafone am Ende des eigentlichen Anzeigentextes schreibt "Make the most of now". Aber dazu vielleicht in einem späteren Blog mehr. Und wenn wir schon beim Englischen sind: KISS – Keep it simple stupid. Schon einmal gehört? Schon einmal probiert?